Schlechte Internet-Verbindungen auf dem Land

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Jun,17

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11:05

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Das Leben auf dem Dorf ist so manchem Bewohner zu beschaulich. Denn obwohl in Gemeinden wie Hofbieber, Waldstetten oder Seht der Wunsch nach DSL-Verbindungen groß ist, ist die Versorgung in ländlichen Gebieten mit dem High-Speed-Internet ausgesprochen mangelhaft.

Die dörflichen Internetverbindungen als Datenautobahn zu bezeichnen, wäre eine starke Übertreibung. Vielmehr wäre noch nicht einmal der Begriff Landstraße für die Datenübertragung in Zeitlupe zutreffend. Marcus Schafft, Bürgermeister der osthessischen Gemeinde Hofbieber, wartet beim Googeln nicht selten mehr als eine Minute darauf, das ihm Treffer angezeigt werden. Will er einen Clip auf YouTube angucken, muss er sich in die nächstgrößere Stadt begeben.

Um auf die Datenautobahn zu gelangen, muss in der Nähe ein Glasfaser-Knotenpunkt liegen. Die sind aber hauptsächlich um Städte herum versammelt und ein paar Kilometer Entfernung von einem Knotenpunkt kann schon wieder Slow-Motion-Internet bedeuten.

Und eine Verlegung von neuen, DSL-fähigen Kabeln durch die Telekom kostet nicht selten gleich mehrere hunderttausend Euro.

Die Gemeinde Waldstetten wollte sich dem langsamen Internet aber nicht ergeben. Die Bewohner beschlossen, dass sie die Gräben für die Kabel auch selber ausheben könnten. 90.000 Euro konnten so gespart werden. Die Telekom ließ sich von soviel Engagement beeindrucken und machte das Angebot, den Restbetrag von 110.000 Euro zu übernehmen. Voraussetzung war, dass 115 DSL-Verträge abgeschlossen würden. Um das Ziel zu erreichen, fehlen inzwischen nur noch 25 Verträge – die Datenautobahn kann also bald auch von den Waldstettenern befahren werden.

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